Ein Teil von San José vom Berg aus gesehen. Das grüne, rechteckige Feld rechts von der Bildmitte war früher ein Flughafen und ist heute der Sabanna Park. Rechts davon ist die Innenstadt, links davon der Stadtteil Rohrmoser/Pava, in dem ich gelebt habe.
Beginnen möchte ich mit der Hauptstadt San José, hier habe ich gearbeitet. Und zwar in "Rohrmoser". Das klingt eher wie ein bayerisches Dorf, aber
das Rohrmoser, das ich meine, ist ein Stadtteil von San José und ist ganz und gar nicht ländlich. Warum es so heißt? Hier hat ein deutscher Einwanderer vor langer Zeit mal einen Bauernhof, eine
finca, bewirtschaftet und der Landwirt hieß nun mal "Rohrmoser".
Als ich noch ganz frisch in San José war, ohne Spanisch- und Ortskenntnisse, habe ich erst einmal meine Nachbarschaft erkundet. Die Straßen, die zwei kleinen Einkaufszentren und den wunderbaren Wochenmarkt, die feria. Jeden Samstagmorgen ging's dorthin:
Normalerweise fing ich meinen Einkauf zwischen sieben und acht Uhr an, die Bauern, Gärtner und Blumenzüchter aus dem Umland, die ihre Sachen feilboten, waren schon drei oder vier Stunden länger auf den Beinen und hatten ihre Produkte längst auf ihren Tischen gestapelt. Papayas, Mangos, Ananas, Kokosnüsse, Möhren, Kartoffeln, Salatköpfe, Zwiebeln, Tomaten, Platanos (Kochbananen), Passionsfrüchte, Kürbisse, Fisch, Fleisch, Radieschen, Avocados und vieles, viele mehr. Berge über Berge an frischen Speisen. Das Wort, das diesen Anblick am besten beschreibt, ist ü-p-p-i-g. Außerdem gab es für mich so viele unbekannte Obst- und Gemüsesorten zu entdecken. Hier eine Mini-Auswahl:
Meistens schlenderte ich eine Stunde über den Markt, kaufte meine Wochenration an den unterschiedlichen Ständen, trank den eisgekühlten, säuerlichen Saft einer Pipa (eine unreife, grüne Kokosnuss) und hielt mit dem einen oder der anderen Bekannten einen Plausch. Ganz Rohrmoser macht seine Wocheneinkäufe auf dem Markt. Einige schieben einen Einkaufswagen vor sich her, andere ziehen eine Rolltasche hinter sich her und bei der dritten Sorte baumelt eine große Tasche von der Schulter – die immer schwerer wird. Es ist ein buntes und lautes Gedränge!
Vielleicht fragst du dich, warum ich meine Erzählungen und Berichte von Costa Rica mit den Früchten und dem Obst des Landes beginne? Ganz einfach: der Geschmack hat mich immer wieder umgehauen! Die Südfrüchte sind eben nicht erst einmal im halbreifen Zustand in Kühlkontainern über den Ozean geschifft und danach künstlich nachgereift worden, sondern kommen direkt vom Feld, Strauch oder Baum. Und eine Ananas schmeckt dann eben mehr nach Ananas als hier in Deutschland. Du hast sozusagen eine Ananas-Explosion in deinem Mund. Das Gleiche gilt für Bananen, Melonen und und und. Mein absoluter Favorit sind Mangos! Unschlagbar.